TE HUUR
Das Projekt TE HUUR vereint Kreative in den Bereichen Bildende Kunst, Musik, Fotografie, Journalismus, Performance und Videokunst, die ESSENS KREATIVE KLASSE nutzen, um gemeinsam ihre Arbeiten zu präsentieren. Allen Teilnehmern gemein ist dabei die Fähigkeit, Medien und ihre Inhalte den eigenen Bedürfnissen entsprechend effektiv zu nutzen. Sie haben sich unter dem Titel TE HUUR vereint, weil diese Fähigkeit der Medienkompetenz genau die Eigenschaft beschreibt, die sie ihren Kunden und potenziellen Auftraggebern zur Verfügung stellen.
Erweitert wird das Projekt in diesem Jahr um den Untertitel CORPORAL IDENTITIES. So erkunden die Arbeiten geistige und physische Aspekte von Identität. Im Rahmen der Eröffnung liefert der performative Vortrag “Die Vieldimensionalität des Körpers” Hinweise zu den einzelnen Arbeiten und einer der zentralen Kategorien unseres Denkens und Handelns.
Das ehemalige Einrichtungskaufhaus INTECTA in Halle/Saale ist ein verlassenes und zerfallenes Relikt kommunistischer Interieurgestaltung. In diesen Hallen wird die Werkleitz-Gesellschaft in den nächsten Monaten mit von ihr eingeladenen internationalen Künstlern eine Ausstellung gegenwärtiger künstlerischer Positionen veranstalten. stilomat wird mit ihrer Performance “Dyson” daran teilnehmen. Zu ESSENS KREATIVE KLASSE zeigt die Künstlerin einen Film dieser Performance, bei der sie sich kriechend durch das Gebäude bewegt und einen Weg frei bläst. Sie legt eine Strecke von sechs Bahnen à 20 m Länge auf allen Vieren zurück und pustet Taubendreck, Bauschutt und den Staub von Jahrzehnten vor sich her.
Die Bilder des studierten Fotografen Joachim Weischer wurden bereits mehrfach im In- und Ausland präsentiert, zuletzt im Fotomuseum Winterthur im Rahmen der Veranstaltungsreihe Plat(t)form, die europäische Nachwuchskünstler vorstellt. Während ESSENS KREATIVE KLASSE präsentiert der Künstler seine Arbeiten aus dem Bereich grotesker Malerei; zu sehen sein werden verschiedene Porträts und Raumkonstruktionen.
Als Ausgangspunkt für die Arbeiten Christian Kampschroers dienen kleine, alltägliche Vorgänge oder Ereignisse. Ziel des Künstlers ist es, in seinen Videoinstallationen einen kleinen Teilbereich einzufangen, der in seiner inhaltlichen und ästhetischen Wirkung stellvertretend für einen übergeordneten Sachverhalt steht.
Tim Riecke präsentiert im Rahmen von ESSENS KREATIVE KLASSE Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Installation und Musik. Die großformatige Arbeit OTHERWISE, INTERNAL BUFFERS… setzt sich mit den Mitteln der Malerei mit optischen Effekten auseinander, die bei Übertragungsfehlern digitaler Bilder entstehen. Die raumgreifende Installation A MULTIDIMENSIONAL ARRAY… konfrontiert den Betrachter mit einem visuellen Eindruck, der nicht kontemplativ-ästhetisch betrachtet, sondern nur unmittelbar körperlich wahrgenommen werden kann. Musikalisch setzt Riecke sich besonders mit Einflüssen der zeitgenössischen experimentellen und elektronischen Musik auseinander. Die Bandbreite reicht dabei von sehr ruhigem Ambient über Mikrotonale Musik bis hin zum Noise.
In der Fotführung seiner Bildserie SPONTANEOUS RANDOM mit dem Arbeitstitel BIOCITY setzt sich Andi Zimmermann erneut mit den vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten des LEGO-Systems auseinander. Waren zunächst Fotografien einzelner LEGO-Objekte, die an abstrakte Stadtlandschaften erinnerten, Ausgangspunkt seiner Arbeiten, entwickeln sich diese nun in einem weiteren Arbeitsschritt zu Ausnahmezuständen und Unformen. Mit der Improvisation dieser Kloben soll sich das Projekt verdichten – Spielregeln die zunächst erfunden wurden, werden weiter ‘gespielt’ und gebrochen . In TE HUUR sind diese Stichproben in Form von Großformatigen Papiercollagen zu sehen.
Es gibt viele Wege sinnlich in die Stadt einzutauchen. Jede Stadt klingt, riecht, fühlt sich anders an und sieht natürlich auch anders aus. Es gibt viel zu sehen und zu empfinden… Wege, die man sich anhand von Geräuschen merken kann und die ihre eigene Klangstruktur besitzen. Dem Bahnhof wie allen anderen Plätzen wohnt der ihm eigene Geruch inne. Jede räumliche Architektur begünstigt bestimmte Verhaltensweisen. Den Dingen wohnt ein Wille inne.
In diesem Workshop von WATERLOOSTUDIOS.TV soll der Vielfalt von Perspektiven mit verschiedenen Medien Ausdruck verliehen werden: Sound als Wegweiser, Text als Tat, Kamera als Bühne. So verschieden wie die jeweiligen Wahrnehmungen werden auch die Produkte dieses Workshops ausfallen. Bitte mitbringen falls vorhanden: Fotohandy, Videokamera und einen Schal.
Bereits zweimal – in Essen 2007 und in Dortmund 2008 – fand die Loveparade in der Metropole Ruhr statt. Die Ausstellung PARADE zeigt einige Bilder des bis 2011 geplanten Langzeitdokumentationsprojekts der Fotografin Katja Illner, fotodok..
Der performative Vortrag „Die Vieldimensionalität des Körpers” bietet eine Einführung in die Ausstellung TE HUUR „Corporal Identities“ und macht auf Bedeutungsvielfalt des „Körper“-Begriffs aufmerksam. Musikalisch untermalt, unterbrochen und begleitet wird der Einführungsvortrag von der Band Asdiqa’i. ASDIQA’I bedeute im Arabischen „Meine Freunde“, die Musik der Band zeichnet sich durch windige Melodien und clevere Arrangements aus, die man im grauen Schatten der Markisen billiger Straßencafes vermuten würde – eben dort, wo Mensch und Musik einen Stil besitzen, den man für Geld nicht kaufen kann. Parallel werden Ausschnitte aus der Videoarbeit „I got a theory“ von Caro Weinert gezeigt. In dem One-shot-Video stellt sich die Künstlerin spielerisch als Anschauungsobjekt zur Verfügung.
Die Band Baikonur kombiniert melancholischen Gitarrensound mit ästhetischen Videosequenzen. Aus Experimentierfreude, einem Sinn für filigrane Sounds und brachiale Gitarrenklänge entstehen so Klangmuster, die an Bands wie Mogwai, Mono oder Explosions in the Sky erinnern. Da die einzelnen Bandmitglieder ihren Blick dabei meist auf die Effektgeräte zu ihren Füßen richten, werden sie auch “Shoegazer” genannt. Ursprünglich ein Kind der 90er Jahre wurde das sogenannte Shoegazing 2003 durch die Filmmusik zu Sophia Coppolas “Lost in Translation” wiederbelebt. Die Band Baikonur sucht man auf Coppolas Soundtrack jedoch vergebens – im Rahmen von TE HUUR spielt sie zu ihrem eigenen Videomaterial.
Alexander Roman Warzecha präsentiert sein Hörtagebuch SHRUTIS IN DER STADT DER FREUDE. Es beschreibt eine Reise durch die Lebenswelten und Klanglandschaften der indischen Stadt Kolkata aus der Perspektive eines westorientierten, das Zupfinstrument Sitar lernenden Menschen. „Eine der größten Einschränkungen im Leben eines Sitaristen bedeutet das sich Fernhalten von Wasser, kommen die Fingerkuppen damit in Berührung beginnen sie zunächst aufzuweichen, gefolgt vom Auflösen des toten, doch so notwendig gewordenen Gewebes, so steht man erneut auf der ersten Stufe: Neue Hornhaut bilden. (...) Doch irgendwann vergisst man beim Spielen den Schmerz.“





